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    Galaxien: Aufbau

    Was passiert bei Kollision Andromeda und Milchstraße? Fakten

    Jurica SinkoBy Jurica SinkoSeptember 30, 2025
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    was passiert bei Kollision Andromeda und Milchstraße

    Wenn wir nachts hochschauen, wirkt der Himmel wie eine Leinwand der Ewigkeit. Milliarden Sterne funkeln, scheinbar für immer am selben Fleck. Aber diese himmlische Ruhe täuscht gewaltig. Das Universum ist ein Ort ständiger, unvorstellbar gewaltiger Bewegung. Eines der größten Spektakel, das unserem kosmischen Vorgarten bevorsteht, ist ein absolut unausweichliches Ereignis: die Kollision unserer eigenen Milchstraße mit ihrer riesigen Nachbarin, der Andromeda-Galaxie.

    Das Ganze ist ein kosmisches Ballett von unbeschreiblichem Ausmaß. Was passiert bei Kollision Andromeda und Milchstraße also ganz konkret? Erleben wir ein kosmisches Inferno? Die Antwort darauf ist vielschichtig, faszinierend und spielt sich über Zeiträume ab, die unsere menschliche Vorstellungskraft einfach sprengen.

    Eines muss man aber sofort klarstellen: Es besteht absolut kein Grund zur Panik. Dieses Ereignis liegt in so ferner Zukunft, dass es uns nicht betrifft. Die Wissenschaft kann uns heute trotzdem schon ein erstaunlich klares Bild davon malen, was uns – oder besser gesagt, unsere fernen Nachfahren in Milliarden von Jahren – dann erwartet.

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    Inhaltsverzeichnis

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    • Die wichtigsten Fakten vorweg
    • Wer sind die Hauptdarsteller in diesem kosmischen Drama?
      • Wie sieht unsere Heimat, die Milchstraße, wirklich aus?
      • Und wer ist dieser „Eindringling“, die Andromeda-Galaxie?
      • Sind wir allein auf diesem Kollisionskurs?
    • Wie wissen wir überhaupt, dass das passiert?
      • Warum bewegt sich Andromeda überhaupt auf uns zu?
      • Welche Beweise haben wir für diese unausweichliche Kollision?
      • Aber trifft sie uns auch wirklich frontal?
    • Was passiert bei Kollision Andromeda und Milchstraße im Detail?
      • Wie muss man sich den „ersten Kontakt“ vorstellen?
      • Werden Sterne wie Feuerwerkskörper kollidieren?
      • Was passiert also wirklich, wenn die Galaxien verschmelzen?
      • Was ist mit dem Gas? Wird das kollidieren?
    • Wie wird das Spektakel von der Erde aus aussehen?
      • Wird die Menschheit das überhaupt erleben?
      • Wie verändert sich der Nachthimmel, wenn Andromeda näher kommt?
      • Was ist das Schicksal unseres Sonnensystems?
    • Was bleibt übrig, wenn der Staub sich legt?
      • Entsteht eine neue Super-Galaxie?
      • Was ist mit den „Monstern“ in der Mitte?
      • Welchen Namen wird dieses neue Gebilde tragen?
    • Ist das ein normales Ereignis im Universum?
      • Ist diese Art von galaktischem Kannibalismus üblich?
      • Gibt es noch andere Galaxien, die mitmischen?
    • Ein kosmisches Schicksal, das keine Angst macht
    • Häufig gestellte Fragen
      • Was bedeutet die Kollision der Milchstraße mit Andromeda wirklich?
      • Wer sind die Hauptakteure dieses kosmischen Dramas?
      • Wann wird die Kollision voraussichtlich stattfinden?
      • Welche Auswirkungen hat die Kollision auf das Sonnensystem?
      • Was wird der Nachthimmel auf der Erde während des Verschmelzungsprozesses zeigen?

    Die wichtigsten Fakten vorweg

    Bevor wir uns in die Details dieses kosmischen Tanzes vertiefen, hier ist das Wichtigste in aller Kürze:

    • Kein „Crash“, sondern eine „Verschmelzung“: Das wird kein plötzlicher, explosiver Zusammenstoß. Man muss es sich eher so vorstellen, dass sich die beiden Galaxien über Hunderte von Millionen Jahren hinweg durchdringen und ganz allmählich zu einer einzigen, neuen Riesen-Galaxie verschmelzen.
    • Keine Sternenkollisionen: Der Weltraum ist unfassbar leer. Wirklich leer. Obwohl beide Galaxien Billionen von Sternen haben, ist der Abstand zwischen ihnen so gigantisch, dass die Chance einer direkten Kollision zweier Sterne praktisch bei Null liegt.
    • Ein sicherer Zeitplan: Der „erste Kontakt“, also der Moment, in dem sich die äußersten Ränder der Galaxien berühren, wird erst in etwa 4,5 Milliarden Jahren stattfinden.
    • Ein neues Zuhause: Am Ende dieses Prozesses steht eine riesige, elliptische Galaxie. Astronomen haben ihr auch schon einen Namen gegeben: „Milkomeda“ oder „Milchdromeda“.
    • Das Schicksal unseres Sonnensystems: Unser Sonnensystem wird die Verschmelzung höchstwahrscheinlich unbeschadet überstehen. Es gibt aber eine reale Möglichkeit, dass die gewaltigen Gezeitenkräfte es packen und auf eine völlig neue, weit entfernte Umlaufbahn in der neuen Galaxie schleudern.
    • Ein spektakulärer Nachthimmel: Für einen fiktiven Beobachter auf der Erde würde der Nachthimmel während dieses Prozesses zu einem atemberaubenden, sich pausenlos verändernden Wandteppich aus Sternen und Nebeln.

    Wer sind die Hauptdarsteller in diesem kosmischen Drama?

    Um wirklich zu begreifen, was bei der Kollision passiert, müssen wir uns erst einmal die beiden Hauptfiguren ansehen. Sie sind die mit Abstand größten Mitglieder unserer „Lokalen Gruppe“, einer Ansammlung von über 50 Galaxien, die durch ihre gemeinsame Schwerkraft aneinander gefesselt sind.

    Wie sieht unsere Heimat, die Milchstraße, wirklich aus?

    Wir leben mitten in der Milchstraße. Das macht es ironischerweise ziemlich knifflig, sie als Ganzes zu untersuchen. Es ist ein bisschen so, als würde man versuchen, einen ganzen Wald zu kartieren, während man mittendrin steht und die Bäume nicht sieht. Trotzdem wissen wir heute ziemlich genau, dass unsere Heimat eine beeindruckende Balkenspiralgalaxie ist.

    Ihr Durchmesser beträgt etwa 100.000 Lichtjahre. Sie beherbergt irgendwo zwischen 100 und 400 Milliarden Sterne, natürlich inklusive unserer Sonne. Unser Sonnensystem hat es sich in einem der kleineren Spiralarme gemütlich gemacht, dem Orionarm. Von hier aus sind es etwa 26.000 Lichtjahre bis ins turbulente Zentrum. Und genau dort, im Herzen unserer Galaxie, lauert ein supermassereiches Schwarzes Loch: Sagittarius A*. Es ist ein echtes Monster, etwa 4 Millionen Mal so schwer wie unsere Sonne.

    Und wer ist dieser „Eindringling“, die Andromeda-Galaxie?

    Die Andromeda-Galaxie, auch bekannt als Messier 31 (M31), ist so etwas wie unsere „große Schwester“. Sie ist die uns am nächsten gelegene große Spiralgalaxie, aktuell „nur“ 2,5 Millionen Lichtjahre entfernt. Wenn man weiß, wo man suchen muss, kann man sie an einem wirklich dunklen Ort gerade noch als winziges, nebliges Fleckchen erkennen.

    Aber dieser Fleck hat es in sich. Andromeda ist deutlich massereicher als wir.

    Aktuelle Schätzungen gehen davon aus, dass sie rund eine Billion Sterne beherbergt – also mehr als doppelt so viele wie die Milchstraße. Ihr Durchmesser erstreckt sich über gewaltige 220.000 Lichtjahre. Natürlich besitzt auch sie in ihrem Zentrum ein supermassereiches Schwarzes Loch, das mit über 100 Millionen Sonnenmassen noch viel gefräßiger ist als unseres.

    Sind wir allein auf diesem Kollisionskurs?

    Nicht ganz. In der Lokalen Gruppe ist einiges los. Die drittgrößte Galaxie in unserem Haufen, die Triangulum-Galaxie (M33), spielt ebenfalls eine Rolle. Sie ist eine Art Begleiter der Andromeda-Galaxie, und ihr Schicksal ist eng mit dem der beiden Riesen verwoben. Es ist gut möglich, dass sie einfach in die große Kollision hineingezogen wird und ebenfalls mit der neuen „Milkomeda“-Galaxie verschmilzt. Eine andere Möglichkeit wäre, dass sie auf eine sehr weite Umlaufbahn um das neue System geschleudert wird. Man hält es sogar für denkbar, dass M33 die Milchstraße noch vor Andromeda streift, auch wenn das als eher unwahrscheinlich gilt.

    Wie wissen wir überhaupt, dass das passiert?

    Die ganze Vorstellung einer Galaxienkollision klingt ja erst mal nach purer Science-Fiction. Doch die Beweise dafür sind absolut handfest. Sie sind das Ergebnis jahrzehntelanger, extrem sorgfältiger Beobachtungen.

    Warum bewegt sich Andromeda überhaupt auf uns zu?

    Das ist eine gute Frage. Schließlich dehnt sich das Universum doch aus, oder? Ja, das stimmt. Fast alle Galaxien, die wir beobachten, entfernen sich von uns. Dieses Phänomen nennt man „Rotverschiebung“. Es gibt aber Ausnahmen. In lokalen Galaxiengruppen, so wie in unserer Lokalen Gruppe, ist die gegenseitige Anziehungskraft – die gute alte Gravitation – schlicht stärker als die dunkle Energie, die das Universum auseinandertreibt.

    Hier, in unserer kosmischen Nachbarschaft, gewinnt die Schwerkraft. Und deshalb ziehen sich die Milchstraße und Andromeda mit einer unerbittlichen Kraft gegenseitig an. Sie fallen aufeinander zu.

    Welche Beweise haben wir für diese unausweichliche Kollision?

    Den ersten wirklich entscheidenden Hinweis lieferte der Astronom Vesto Slipher schon 1912. Er maß das Licht, das von der Andromeda-Galaxie kommt, und stellte etwas Verblüffendes fest: Es war „blauverschoben“. Was heißt das? Ganz einfach: Ähnlich wie sich der Ton einer Krankenwagensirene erhöht, wenn sie auf uns zukommt (der berühmte Doppler-Effekt), wird das Licht eines Objekts zu kürzeren, also blaueren Wellenlängen verschoben, wenn es sich auf uns zubewegt.

    Andromeda rast mit einer atemberaubenden Geschwindigkeit von etwa 110 Kilometern pro Sekunde auf uns zu. Das sind 400.000 Kilometer pro Stunde! Mit diesem Tempo könnte man die Strecke von der Erde zum Mond in weniger als einer Stunde schaffen.

    Aber trifft sie uns auch wirklich frontal?

    Diese Messung verriet uns nur die Geschwindigkeit auf uns zu. Jahrelang blieb eine superwichtige Frage offen: Wie groß ist die seitliche Bewegung von Andromeda, die sogenannte „Tangentialgeschwindigkeit“?

    Stellen Sie sich vor, ein Auto rast auf Sie zu. Sie wissen, wie schnell es ist, aber Sie wissen nicht, ob es Sie direkt trifft oder ob es vielleicht knapp an Ihnen vorbeischrammt. Genau das war das Problem.

    Erst die unglaubliche Präzision des Hubble-Weltraumteleskops hat es uns ermöglicht, diese Frage zu klären. Ein Team von Astronomen hat über mehrere Jahre hinweg winzige Sterne in den Außenbezirken von Andromeda beobachtet. Es ist ihnen gelungen, deren minimale seitliche Bewegung vor dem Hintergrund von unendlich weit entfernten Galaxien zu messen. Die Ergebnisse, die 2012 veröffentlicht wurden, waren ein echter Durchbruch: Die seitliche Bewegung ist im Vergleich zur Geschwindigkeit, mit der sie auf uns zukommt, verschwindend gering.

    Es ist also kein perfekter Volltreffer. Eher ein massiver Streifschuss. Aber dieser Treffer ist mehr als ausreichend, um sicherzustellen, dass die Schwerkraft die beiden Galaxien unweigerlich einfängt und zu einer Verschmelzung zwingt.

    Die Würfel sind gefallen.

    Was passiert bei Kollision Andromeda und Milchstraße im Detail?

    So, jetzt wird es ernst. Spulen wir die Uhr 4,5 Milliarden Jahre vor. Unsere Sonne ist heller und heißer geworden, aber das Sonnensystem existiert noch. Am Himmel ist Andromeda längst kein schwacher Nebelfleck mehr. Sie ist zu einer gigantischen, furchteinflößenden Struktur angewachsen, die einen riesigen Teil des Himmels einnimmt.

    Wie muss man sich den „ersten Kontakt“ vorstellen?

    Der „erste Kontakt“ ist kein harter Aufprall, kein „Rums“. Es ist ein sanftes, aber absolut unaufhaltsames Ineinandergleiten. Zuerst werden die riesigen, aber extrem dünnen Halos aus Gas, Staub und Dunkler Materie, die beide Galaxien wie eine gewaltige Atmosphäre umgeben, miteinander interagieren. Diese Wechselwirkung erzeugt eine Art Reibung und beginnt, die beiden galaktischen Riesen abzubremsen.

    Die eigentliche Show beginnt aber erst, wenn die sichtbaren Scheiben – also die Spiralarme voller Sterne – aufeinandertreffen.

    Werden Sterne wie Feuerwerkskörper kollidieren?

    Das ist die häufigste Frage und auch die verständlichste Fehlvorstellung. Die Antwort ist ein ganz klares und kurzes: Nein.

    Der Weltraum ist leer. Unglaublich, unvorstellbar leer. Wir reden zwar ständig von „Billionen von Sternen“, aber der relative Abstand zwischen ihnen ist einfach gigantisch. Um das zu verdeutlichen: Wenn unsere Sonne die Größe einer Orange hätte, wäre ihr nächster Nachbarstern, Proxima Centauri, Tausende von Kilometern entfernt.

    Selbst wenn zwei Galaxien mit all ihren Sternen durcheinander fliegen, ist die Wahrscheinlichkeit, dass zwei Sterne tatsächlich physisch zusammenstoßen, praktisch null. Man kann es sich vorstellen wie zwei Sandstürme in der Wüste, die durcheinander wehen. Die einzelnen Sandkörner werden sich fast nie berühren.

    Was passiert also wirklich, wenn die Galaxien verschmelzen?

    Was wirklich passiert, ist ein Kampf der Titanen auf der Ebene der Schwerkraft. Die Sterne selbst kollidieren nicht, aber ihre Umlaufbahnen werden vollkommen durcheinander gewirbelt. Die kollektive Schwerkraft von Andromeda wird an unseren Sternen zerren, und umgekehrt zerrt unsere Milchstraße an den Sternen von Andromeda.

    Astronomen nennen dieses Phänomen „gewalttätige Entspannung“ (violent relaxation). Milliarden von Sternen werden wie von einem kosmischen Katapult aus ihren geordneten, fast kreisrunden Bahnen in den Spiralarmen gerissen.

    Stellen Sie sich einen geordneten Bienenschwarm vor, und jetzt stößt jemand mit einem Stock mitten hinein.

    Die Sterne werden auf völlig chaotische, langgestreckte und exzentrische Bahnen gezwungen. Ganze Sternströme, sogenannte „Gezeitenarme“, werden dabei Dutzende oder sogar Hunderttausende von Lichtjahren weit ins All hinausgeschleudert, bevor die immense Schwerkraft der verschmelzenden Masse sie wieder zurückzieht. Die elegante, wunderschöne Spiralstruktur beider Galaxien wird bei diesem Prozess vollständig und für immer zerstört.

    Was ist mit dem Gas? Wird das kollidieren?

    Oh ja. Und wie.

    Im krassen Gegensatz zu den kompakten Sternen sind die interstellaren Wolken aus Gas und Staub gigantisch groß. Sie erstrecken sich über viele Lichtjahre. Wenn sich die Galaxien durchdringen, werden diese riesigen Gaswolken frontal aufeinanderprallen. Sie werden komprimiert, verdichtet und extrem aufgeheizt, wie bei einem kosmischen Autounfall in Superzeitlupe. Diese gewaltige Kompression ist der Zündmechanismus für eine unglaublich explosionsartige Welle der Sternentstehung.

    Man nennt so etwas eine „Starburst-Galaxie“. Aus dem Chaos der kollidierenden Gasmassen werden Milliarden neuer, heißer, blauer Sterne geboren. Für eine Zeit von vielleicht 100 Millionen Jahren wird die verschmelzende Galaxie heller leuchten als je zuvor, erfüllt von Supernova-Explosionen und strahlenden Sternenkinderstuben.

    Wie wird das Spektakel von der Erde aus aussehen?

    Das ist vielleicht die faszinierendste Frage von allen. Was würde ein Beobachter sehen, der das Glück (oder Pech) hat, dieses Schauspiel von unserem Heimatplaneten aus zu verfolgen?

    Wird die Menschheit das überhaupt erleben?

    Hier müssen wir ehrlich sein: höchstwahrscheinlich nicht. In 4,5 Milliarden Jahren wird sich unsere Sonne bereits dramatisch verändert haben. Sie wird sich auf dem Weg zu einem Roten Riesen befinden. Ihre Leuchtkraft wird so stark angestiegen sein, dass die Ozeane auf der Erde längst verdampft sind. Die Oberfläche unseres Planeten wird zu einer verbrannten, vielleicht sogar geschmolzenen Wüste geworden sein. Leben, wie wir es kennen, ist dann auf der Erdoberfläche unmöglich.

    Aber spielen wir das Spiel mal weiter. Tun wir so, als könnte ein Beobachter in einem superfesten Hitzeschutzanzug auf der Oberfläche stehen und zum Himmel blicken.

    Wie verändert sich der Nachthimmel, wenn Andromeda näher kommt?

    • Heute: Ein schwacher, unscheinbarer Nebelfleck, den nur geübte Augen an einem sehr dunklen Ort finden.
    • In 2 Milliarden Jahren: Andromeda wird heller und deutlich größer sein als der Vollmond. Man könnte wahrscheinlich schon erste Spiralstrukturen mit bloßem Auge erahnen.
    • In 3,75 Milliarden Jahren: Die Galaxie wird ein absolut überwältigender Anblick sein. Sie wird sich majestätisch über den Himmel erstrecken, größer als jede Konstellation, die wir heute kennen. Ein echtes Spektakel.
    • In 4,5 Milliarden Jahren (Erster Kontakt): Der Himmel ist das pure Chaos. Die klar definierte Milchstraße, unser vertrautes, silbriges Band am Himmel, wird zerrissen. Die Spiralarme von Andromeda winden sich wie leuchtende Ranken über das Firmament, vermischt mit unseren eigenen Sternen. Überall werden helle, rosafarbene Flecken aufleuchten – das sind die „Starburst“-Regionen, in denen gerade Tausende von Sternen auf einmal geboren werden.
    • In 5 Milliarden Jahren (Nach dem ersten Durchgang): Die Galaxienkerne haben sich passiert. Der Himmel ist nun erfüllt von zwei verzerrten, geisterhaft ineinander verschlungenen Galaxien. Gezeitenarme, die aus Millionen von Sternen bestehen, ziehen sich wie gigantische Kometenschweife über das gesamte Firmament.

    Was ist das Schicksal unseres Sonnensystems?

    Unser Sonnensystem selbst, also die Sonne und ihre Planeten, wird wahrscheinlich intakt bleiben. Die Planeten werden weiterhin ihre Bahnen ziehen. Die eigentliche Zerstörung für uns kommt nicht von außen, sondern von innen – durch unsere alternde Sonne.

    Aber was passiert mit unserer Position im großen Ganzen? Computermodelle, unter anderem von Forschern am Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics, haben genau das berechnet.

    Die Wahrscheinlichkeit, dass unser Sonnensystem bei der Verschmelzung komplett aus der neuen Galaxie herausgeschleudert wird und als „Waisenstern“ allein durch den dunklen intergalaktischen Raum treibt, liegt bei etwa 12%. Das ist nicht nichts. Wahrscheinlicher ist aber, dass wir einfach eine neue Heimat finden. Die gewaltigen Schwerkraftkräfte werden unser Sonnensystem packen und auf eine völlig neue Umlaufbahn schubsen. Wir werden höchstwahrscheinlich viel, viel weiter vom neuen galaktischen Zentrum entfernt landen als heute – vielleicht 100.000 Lichtjahre oder mehr. Der Nachthimmel von dort draußen wäre ziemlich dunkel, aber der Blick zurück auf den hellen, chaotischen Kern von „Milkomeda“ wäre sicher unbeschreiblich.

    Was bleibt übrig, wenn der Staub sich legt?

    Die erste Kollision ist nur der Auftakt. Die Schwerkraft ist unerbittlich und lässt nicht locker.

    Entsteht eine neue Super-Galaxie?

    Nach dem ersten Durchgang, der selbst Hunderte von Millionen Jahren dauert, werden sich die beiden Galaxienkerne erst einmal wieder voneinander entfernen. Aber sie haben durch die Reibung und die Gezeitenkräfte zu viel Geschwindigkeit verloren, um der gegenseitigen Anziehung zu entkommen. Man kann es sich vorstellen wie zwei Kugeln, die an Gummibändern befestigt sind: Sie werden langsamer, halten an und stürzen dann wieder aufeinander zu. Es wird einen zweiten Durchgang geben, und wahrscheinlich sogar einen dritten.

    Dieser ganze kosmische Tanz wird sich über 1 bis 2 Milliarden Jahre hinziehen, nachdem der erste Kontakt stattgefunden hat. Am Ende, in etwa 6 bis 7 Milliarden Jahren von heute an gerechnet, ist der Tanz dann vorbei. Die beiden Galaxien werden sich vollständig vereinigt haben. Die schönen, geordneten Spiralstrukturen? Für immer verschwunden.

    Übrig bleibt eine einzige, gigantische, etwas formlose Kugel aus Sternen. Astronomen nennen das eine riesige elliptische Galaxie.

    Was ist mit den „Monstern“ in der Mitte?

    Wir erinnern uns: Im Herzen beider Galaxien lauern supermassereiche Schwarze Löcher. Unser Sagittarius A* (4 Millionen Sonnenmassen) und das Monster von Andromeda (über 100 Millionen Sonnenmassen). Auch sie können sich ihrem Schicksal nicht entziehen. Während der Verschmelzung der Galaxien werden sie unweigerlich aufeinander zuspiralieren. Dieser Prozess wird Millionen von Jahren dauern und unfassbare Mengen an Energie in Form von Gravitationswellen freisetzen – echte Wellen in der Raumzeit selbst.

    Wenn sie schließlich kollidieren, entsteht ein noch größeres, einzelnes supermassereiches Schwarzes Loch, das von da an im Zentrum der neuen Galaxie thronen wird. Es ist gut möglich, dass diese Verschmelzung der Schwarzen Löcher kurzzeitig einen „Quasar“ zündet. Das wäre einer der hellsten Leuchttürme im gesamten Universum, angetrieben durch all das Material, das in das neue, gierige Schwarze Loch stürzt.

    Welchen Namen wird dieses neue Gebilde tragen?

    Wie schon gesagt, die Spitznamen „Milkomeda“ oder „Milchdromeda“ sind ziemlich populär. Dieses neue Gebilde wird eine „rote und tote“ Galaxie sein. Klingt traurig, ist aber eine technische Bezeichnung. „Rot“, weil ihre Sterne überwiegend alt und rot sein werden. Und „Tot“, weil der intensive Starburst während der Kollision das gesamte verfügbare Gas und den Staub aufgebraucht haben wird. Ohne diesen Treibstoff können keine neuen Sterne mehr entstehen. Die Galaxie wird dann langsam und majestätisch altern.

    Ist das ein normales Ereignis im Universum?

    Diese Vision wirkt auf uns apokalyptisch und schockierend. Aber wenn man das große Ganze betrachtet, ist sie aus kosmischer Sicht absolut alltäglich.

    Ist diese Art von galaktischem Kannibalismus üblich?

    Es ist nicht nur üblich; es ist im Grunde die Art und Weise, wie das Universum funktioniert. Astronomen nennen diesen Prozess „hierarchische Strukturbildung“. Große Galaxien werden geboren, indem sie kleinere „fressen“. Das James Webb Weltraumteleskop kann extrem weit in die Vergangenheit blicken und es sieht genau das: ein frühes Universum, das voller kleiner, unregelmäßiger Galaxien war, die ständig miteinander kollidierten und verschmolzen.

    Wir sehen das sogar bei uns selbst. Sowohl die Milchstraße als auch Andromeda zeigen in ihren äußeren Halos die „Narben“ – lange Sternströme – von kleineren Galaxien, die sie in ihrer Vergangenheit bereits verschlungen haben. Unsere bevorstehende Kollision ist also nur das nächste große Kapitel in diesem endlosen Kreislauf der kosmischen Evolution.

    Gibt es noch andere Galaxien, die mitmischen?

    Das Schicksal der Triangulum-Galaxie (M33) ist, wie schon erwähnt, noch ungewiss. Sie ist so etwas wie der Zankapfel in diesem kosmischen Tanz. Die Computermodelle zeigen verschiedene Szenarien:

    • Szenario 1 (Der späte Gast): M33 überlebt die erste, heftige Phase der Verschmelzung und wird auf eine weite Umlaufbahn um die neue Milkomeda-Galaxie geschleudert. Milliarden von Jahren später verschmilzt sie dann aber doch noch mit ihr.
    • Szenario 2 (Der Begleiter): Sie schafft es, zu einem stabilen Satelliten der neuen Super-Galaxie zu werden. Ihre Rolle wäre dann ähnlich wie die der Magellanschen Wolken heute für die Milchstraße (wobei auch deren Schicksal besiegelt ist).
    • Szenario 3 (Die Eröffnung): Ein weniger wahrscheinliches, aber nicht unmögliches Szenario ist, dass M33 die Milchstraße sogar noch vor Andromeda streift und einen ersten, kleineren „Schlagabtausch“ anzettelt.

    Was auch immer passiert, eines ist sicher: Die Lokale Gruppe, wie wir sie heute kennen, wird in einigen Milliarden Jahren nicht mehr wiederzuerkennen sein.

    Ein kosmisches Schicksal, das keine Angst macht

    Die Kollision zwischen der Milchstraße und Andromeda ist ein fundamentales und wunderschönes Beispiel dafür, dass das Universum kein statischer, unveränderlicher Ort ist. Es ist dynamisch, es ist manchmal gewalttätig, und es befindet sich in einer ständigen Transformation.

    Ja, es ist ein Ereignis von wahrhaft astronomischem Ausmaß. Aber es ist kein Grund zur Furcht. Es ist ein Akt der Schöpfung, nicht nur einer der Zerstörung. Aus dem Chaos zweier Spiralen wird eine neue, stabile und riesige Super-Galaxie geboren. Die Sterne werden weiter leuchten, auch wenn sie von einem neuen Platz am Himmel aus scheinen.

    Für uns Menschen ist eine Zeitspanne von 4,5 Milliarden Jahren schlichtweg unbegreiflich. Es ist eine Ewigkeit, die weit über die Lebensspanne unserer Spezies, unseres Planeten und vielleicht sogar unseres Sonnensystems, wie wir es kennen, hinausgeht.

    Was wir hier also beobachten, ist kein bevorstehendes Verhängnis. Es ist ein faszinierender Blick in die unvorstellbar ferne Zukunft und ein tiefes, demütiges Verständnis dafür, wie der Kosmos funktioniert. Es ist ein kosmisches Schicksal, das unausweichlich in den Gesetzen der Physik eingeschrieben ist.

    Häufig gestellte Fragen

    Was bedeutet die Kollision der Milchstraße mit Andromeda wirklich?

    Die Kollision zwischen der Milchstraße und Andromeda ist kein plötzlicher Zusammenstoß, sondern eine allmähliche Verschmelzung, die über Hunderte von Millionen Jahren dauert, bei der beide Galaxien zu einer einzigen, großen elliptischen Galaxie verschmelzen.

    Wer sind die Hauptakteure dieses kosmischen Dramas?

    Die Hauptfiguren sind die Milchstraße und die Andromeda-Galaxie, die größten Mitglieder unserer Lokalen Gruppe, die durch ihre gegenseitige Anziehungskraft aufeinander zusteuern und schließlich kollidieren werden.

    Wann wird die Kollision voraussichtlich stattfinden?

    Der erste Kontakt, also wenn sich die äußersten Ränder beider Galaxien berühren, wird in etwa 4,5 Milliarden Jahren erwartet, wobei die vollständige Verschmelzung etwa 6 bis 7 Milliarden Jahre dauern wird.

    Welche Auswirkungen hat die Kollision auf das Sonnensystem?

    Das Sonnensystem wird wahrscheinlich unversehrt bleiben, aber es könnte durch die riesigen Gravitationskräfte in eine neue Umlaufbahn geschleudert werden. Das Abenteuer der Kollision betrifft vor allem die großräumigen galaktischen Strukturen, nicht einzelne Sterne.

    Was wird der Nachthimmel auf der Erde während des Verschmelzungsprozesses zeigen?

    Der Himmel wird sich dramatisch verändern, mit einem zunehmend helleren und größeren Andromeda, das im Verlauf von Milliarden Jahren den Himmel dominiert, und letzten Endes wird die Milchstraße durch die Verschmelzung ausgelöscht, wobei ein chaotisches, spektakuläres Schauspiel sichtbar wird.

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    Jurica Sinko
    Angetrieben von einer lebenslangen Faszination für die Sterne, wurde eine neue Idee geboren: die größten Fragen des Universums zu erforschen. In einer Welt, die oft vom Alltäglichen bestimmt wird, ist diese Webseite eine Einladung, den Blick wieder nach oben zu richten. Es ist ein Ort, um die Wunder des Kosmos gemeinsam zu entdecken und die Wissenschaft dahinter zu verstehen.
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